Nie sicher

Nie ist Frau sicher,
nie geschützt,
nicht in der Stadt,
noch auf dem Land,
denn überall lauern Hecken
und Männer, Männer,
die sich drin verstecken.
Nie ist Frau sicher,
nicht im langen Mantel,
schon gar nicht im kurzen Rock.
Es könnte jeder sein:
ein Fremder,
dein Onkel,
dein Vater
oder dein Ex- Freund,
der sich noch einmal etwas holen will,
was er nicht mehr kriegen kann,
deine Liebe,
dafür nimmt er deinen Körper
und dein ganzes Selbst.
Du fühlst dich leer und weiß
und verbraucht
und schwebst tagelang im luftleeren Raum.
Jetzt weißt du:
nie ist Frau sicher,
ob bei Tag oder bei Nacht,
Männer machen es mit Gewalt
und nutzen ihre Macht,
ihre körperliche Macht.
Später suchst du nach Hilfe,
nach Recht, nach Wahrheit
und hörst von den Männern
du warst zu kess,
zu hübsch,
zu jung,
   - und Schuld warst du -
   - und Schuld warst du -
denn nie ist Frau sicher
vor uns, ob im Krieg oder im Frieden,
denn was wir nicht kriegen,
das nehmen wir mit Gewalt,
berauben und verletzen die Frauen,
ihr könnt uns nicht trauen!
Nie ist Frau sicher,
nie ist Frau sicher,
es sei denn sie wehrt sich,
es sei denn sie wehrt sich,
mit Wort und Schrift,
mit Schreien und Selbstbewußtsein,
denn nie ist Frau sicher,
es sei denn sie sagt:
"Nicht mit mir!
  Faß mich nicht an!"