Ode an die Unordnung

Geliebte Unordnung
bei dir will ich bleiben,
herrscht Chaos,
bin ich schlampig,
ist trotzdem alles
in Ordnung.
Dir will ich mich
hingeben,
nur so
und nichts anders
will ich leben.
Zwischen Notizstapeln,
einem Wirrwarr
von Pinseln, Farben
und Stiften
grünt und erblüht
erst
meine Phantasie.
Blei bei mir,
begleite meinen Tag!
Unordnung ist mir
nie zuviel!
Laß mich
schlampig aufstehen,
essen
und ausgehen.
Der Fleck in der Hose,
der geplatzte Knopf,
nichts ist zuviel.
Das gibt mir die rechte Note,
das ist das rechte Tüpfelchen
auf dem i!
Geliebte Unordnung
bereichere meinen Alltag
verziere die Gerade,
schaffe ab
das schrecklich Normale!
Die Menschen mit stets
sauberer Weste,
mit sorgsam gestutztem Haar,
machen mir Angst.
Da stehen womöglich
noch die Kaffeetassen
in Reih' und Glied,
daneben werden
sorgfältig
die Teller arrangiert,
oftmals der Garten
gleich einen Sklaven
einen Tier,
dressiert,
der Wiese,
ein Zaum angelegt
die Pflanzen
sorgsam gedrillt,
daß auch keines
aus der Reihe tanzt
und zur falschen,
selbsterwählten
Zeit erblüht.
Diese Zuchthäuser und
Gärten
versetzen mich in Schrecken,
eigentlich sollte man
davor warnen!
Vorsicht in diesem Haus
kannst du deine Gedanken
am Besten für dich behalten,
sonst werden auch sie
gleich Soldaten
in Reih' und Glied
aufgestellt,
eingeordnet,
schablonisiert,
auf daß ein Feldherr darüber
patrouilliert,
was recht ist
was nicht.
Doch manchmal ist rechts
nicht rechts,
sondern links.
Und ein Pro ruft nach
einen Kontra
Drum lob ich mir die Unordnung
und pflege sie als höheres Ziel.